Saison 2015/2016

04.06.
2016
Erfurter Stadtbezirksmeisterschaft 2016
von onkelduschbad


FM Wege’sches Quizduell goes Thüringische Landeshauptstadt

Während WFM Gulsana sich im hessischen Braunfels zu einem 90%-Score mühte und damit auf dem Treppchen nur mit Einzel-Bronze reüssierte, feierte die Erfurter Stadtbezirksmeisterschaft 2016 einen verdienten Vizemeister mit verblüffender Mannschaftskomposition.
 
Team Erfurt-Süd
 
1 Raffael (Borussia Mönchengladbach) 1897
2 IM Troyke (Erfurter SK) 2347
3 Walther (Brett vorm Klo Frankfurt am Main) 2108
4 Waldhelm (SK Turm Erfurt) 1586
 
Wir gratulieren uns!

Gleich in ersten Partie gegen den späteren Vize bescheinigte Weltmeister GM Peter Enders seinem an Brett 1 nur gefühlt ca. 784 Schach-Ranglisten-Punkten schlechter bewerteten Gegner: “Ich kenne dich gar nicht. Aber wenn Du mal so weiter spielst, schaffst Du es in die Bundesliga!”.
 
Na. Wenn der Peter da mal nicht unrecht hat ..... laut dem Sportmagazin KICKER spielt dieser Raffael doch schon Bundesliga!

Und zum Abschluß noch der versprochene Schach-Quiz.
 
1) Wie heißt der Spieler links oben auf dem Foto mit dem Bundesliga-Shirt wirklich?
2) Der alte Sack rechts auf dem Bild: Was ist älter? Sein SLIME-Shirt (“Legal, illegal, scheissegal....”) oder die Kniescheibe oben auf’m Kopp?
 
Preise werden verlost und ausgetrunken.
(Harilos und Bernd dürfen zuerst.... Jesus: Bitte endlich wieder setzen!)






30.04.
2016
1. Mannschaft / Saisonfazit
von Jochen



Trügerische Sicherheit

 1. SC Heusenstamm            11 20  65½ 
 2. FB Mörlenbach-Birkenau    11 17  56 
 3. Kasseler SK               11 14  49 
 4. SV Oberursel              11 14  48 
 5. Wiesbadener SV            11 13  49 
 6. SK Marburg                11 13  43½  
 7. BvK Frankfurt             11 10  43½ 
 8. SV Empor Erfurt           11 10  41 
 9. SK 1858 Gießen            11  9  38½ 
10. SC 1961 König Nied        11  9  36½ 
11. SV 1861 Liebschwitz       11  2  30 
12. SV Vimaria Weimar         11  1  27½ 

10:12 Mannschaftspunkte, 43,5 Brettpunkte, Platz 7 – eine scheinbar völlig entspannte Saison.
Doch da sich Liebschwitz und Weimar deutlich nach unten abgesetzt hatten (nicht schwer zu erraten, wer als einzige der restlichen Mannschaften NICHT beide geschlagen hat…), sind die armen Nieder als Drittletzter mit satten 9 Mannschaftspunkten abgestiegen.
Unser Sieg gegen Mörlenbach war so wichtig…!

Zur Einzelkritik:

Harilos Karabalis
Positiv: 50% mehr Partien als in der Vorsaison.
Negativ: 50% weniger Punkte als in der Vorsaison.
Erwartung: Prioritäten anders setzen.
0,5 / 3, 17%

Juri Holvason
Positiv: Wir haben endlich wieder ein Spitzenbrett!
Negativ: Künftig weiterere Anreise zu den Oberligaspielen.
Erwartung: Termine freihalten.
4,0 / 9, 44%

Leon De Visser
Positiv: Plusscore gegen starke Leute.
Negativ: Manchmal etwas friedfertig.
Erwartung: Weiter so gegen stärkere, kampfeslustiger gegen schwächere Gegnerschaft.
5,5 / 10, 55%

Stephan Wendel
Positiv: Einige schöne Gewinnpartien.
Negativ: Fand keine Konstanz in seinem Spiel.
Erwartung: Wieder den 2300 nähern.
5,0 / 11, 45%

Markus Koch
Positiv: Großer Kampfgeist, nur ein Remis.
Negativ: Zu viele Niederlagen.
Erwartung: Zu seiner Form zurückfinden.
4,5 / 10, 45%

Jochen Wege
Positiv: Wieder eine riesige Saison.
Negativ: Verlustpartie.
Erwartung: Höheres Brett, ähnliches Ergebnis.
8,5 / 11, 77%

Rainer Vollmar
Positiv: Er ist wieder da!
Negativ: Das selbe langweilige Schach wie vor 5 Jahren.
Erwartung: Sich auch mal für Auswärtsspiele überreden lassen.
3,5 / 6, 58%

Thomas Schwenkreis
Positiv: Schöne Gewinnpartie zu Saisonabschluss.
Negativ: Verlässt BvK.
Erwartung: Uns in guter Erinnerung behalten.
3,0 / 8, 38%

Erhard Rüger
Positiv: Toller Score.
Negativ: Wenige Partien.
Erwartung: Häufiger für die Erste spielen.
2,5 / 3,  83%

Cliff Walther
Positiv: Nicht nur schachlich ein Gewinn für BvK.
Negativ: Keine Gewinnpartie in der Ersten.
Erwartung: Für die Erste gewinnen.
2,0 / 5, 40%

Joachim Waffenschmidt
Positiv: Starke Gegnerschaft.
Negativ: Mr 0%.
Erwartung: Weiterhin bereit sein.
0,0 / 1, 0%

Gulsana Barpiyeva
Positiv: Wie schon in letzter Saison ungeschlagen.
Negativ: Wie schon in letzter Saison ohne Sieg.
Erwartung: Weiterhin bereit sein.
1,0 / 2, 50%

Johannes Engel
Positiv: Mr 100%.
Negativ: Nur eine Partie.
Erwartung: Öfter spielen!
1,0 / 1, 100%

Andreas Göbel
Positiv: Wie immer dabei, wenn Not am Mann.
Negativ: Erste Niederlage für BvK 1 (wenn meine Statistik stimmt).
Erwartung: Ersten Sieg für BvK 1 erzielen (wenn meine Statistik stimmt).
0,5 / 2, 25%

Tareq Syed
Positiv: Gute Seele bei allen Heimspielen.
Negativ: Machte zu wenig aus seinen Stellungen.
Erwartung: Weiter so!
1,5 / 4, 38%

Thomas Bagatsch

Positiv: Nervige Einzelrunde in Gera mitgemacht
Negativ: Nimbus als „Schreck des Ostens“ eingebüßt.
Erwartung: Nimbus wieder aufbauen.
0,5 / 2, 25%





10.04.
2016
1. Mannschaft / Runde 10 + 11
von Cliff


Auswärts dahoam – war (für mich) das Motto


Quartierschlüssel geholt, und nachdem die am Hauptbahnhof und vor dem Steigerwaldstadion lungernden Grün-(Fraktion Schnittlauch inkl. 2 Blumengießautos, die auch mal wieder bewegt werden wollten), Rot- und Lila-Weißen (6.000 geisteskranke Erfurter Hooligans vs. 1.100 Osnabrücker Wildpinkler) Horden überwunden waren, konnte es im engen Spiellokal losgehen. Alltag in einer deutschen Dritte-Liga-Stadt.



Für uns gab es nur noch vage Abstiegssorgen, nur wenige ungünstigste Konstellationen hätten uns noch gefährdet.

10. Spieltag: BvK Frankfurt–Empor Erfurt 3 ½ : 4 ½


 3 De Visser,Leon         ½ : ½ Luther,Thomas           1  
4 Wendel,Stephan ½ : ½ Langheinrich,Ferenc 2 5 Koch,Markus 0 : 1 Friedrich,Wiede 3 6 Wege,Jochen 1 : 0 Weishaeutel,Moritz 6 8 Schwenkreis,Thomas ½ : ½ Schmuck,Helmut 8 10 Walther,Cliff ½ : ½ Zahn,Alina 9 12 Barpiyeva,Gulsana ½ : ½ Wiemers,Holger,Dr. 13 15 Syed,Tareq 0 : 1 Nicolai,Tim 15

BvK heute sicher nicht Favorit, da Empor vorn eigentlich stark besetzt ist und die beiderseitigen Ersatzleute in etwa ein Niveau aufweisen.
Noch größer wäre der ELO-Vorteil der Hochheimer ausgefallen, wenn die Vereinsleitung des Erfurter Mehrspartenvereines teaminterne Verstimmungen und permanentes Desinteresse positiver moderiert hätte. Oder wie soll man das Fehlen der Baum, Urban, Wendling, Sieber im wichtigsten Kampf der Vereinsgeschichte seit Jahren erklären?
Nimmt man die sympathische Frankfurter Kneipenmannschaft etwa nicht ernst?

Das sollte sich - im milden Sonnenlicht des Sonntagnachmittag betrachtet – fast rächen: Mit einer Niederlage gegen uns wäre Empor tatsächlich abgestiegen.
Hier wurde die jahrelange Dritt- und Zweitklassigkeit eines traditionsreichen Vereines leichtfertig aufs Spiel gesetzt!


Gulsana erreichte nach kurzer Zeit ein schnelles Schwarzremis gegen einen Rentneraufbau [so heißt das wohl?].

Nicht viel mehr Zeit benötigte Stephan, allerdings weiß ich weder etwas über das Bieterverhalten noch über die Stellung.

Moritz Weishäutels Entwicklungsprozess ist augenfällig: Nicht mehr immer nur diese infantilen Fussball-Trikotagen [Shirts von Carsten Kammlott gehen gar nicht!], sondern ein richtig normales Outfit. Daumen hoch! Schachlich sah er nicht viel Land gegen die Stellungskontrolle von Jochen. Irgend eine französische Struktur wurde mit f4 – f5 – fxe6 drohend Se7+ und Durchfressen exf7 vernichtet.

Tareq verwaltete mit Weiß wie üblich Schwarz. Leider verpasste er irgendwie die Zugfolge einer Partie [Lothar Zinn – Duncan Suttles 1966]. Pech. [die GENAUE Zugfolge hätte allerdings bei DER Lothar-Zinn-Partie auch niemand sonst hinbekommen. Und: Ich finde es immer auch schade, das es Tq. selten gelingt, als Weißer während der Partie den Zug Sh6 zu zeigen...] Die Verarbeitung seiner Rochadestellung durch den jungen Gegner war dann leicht, aber doch schrecklich schön. Ungefähr so schön wie der Tabellenstand der Eintracht.

Mit Buch-im Zug-Lesen hielt sich Markus vormittags fit. Eröffnungszug-Bücher?
Die Schwarzpartie war dann recht zäh, seine Stellung etwas gedrückt und die Bauernstruktur schlechter. Irgendwie ging das dann verloren.

Zum Spielen überhaupt erst überredet wurde laut Buschfunk der Chessbase-Mitarbeiter und Olympia-2000-Vize TL. Gegen den Französischaufbau seines Gegners kurbelte der GM dann allerdings kräftig. Unser Leon hielt aber super dagegen und hatte dann eine (starke) Remisstellung erreicht, vereinbart wurde (wie ich vermute) wegen beiderseitiger Dauerschachideen. Obwohl ich nicht verhehlen kann, zwischenzeitlich sogar mal von einem De Visser’chen Mehrbauern geträumt zu haben....

Eröffnungstheoretisch völlig unter dem Niveau ist Cliff. Die junge Gegnerin hatte in der Analyse auf jeden meiner armseligen auf Halbwissen beruhenden Gesprächsansätze eine fröhliche, kluge und fundierte Antwort. Da passte dann der “Unzug” h2-h4 genau rein.... Glücklicherweise haben es die jungen Damen nicht so mit dem Rechnen und so konnte ich mich in eine Spielstellung rausmogeln, die aber im Endspiel wegen eines Zweite-Liga-Linie-Dauerschach leider keine Chancen mehr bot.

Bis zum Ende nach 6.5h spielte unser Brett 5, eine schmucke thematische Sämisch-Partie. Irgendwann schwarzer Schwerfigurendruck auf der halboffenen b-Linie. Und irgendwie hatte man das Gefühl, es wäre irgendeine Lösung “drin gewesen”. Nach Abtausch der Türme machten sich leider Bauernschwächen und der schlechte Läufer bemerkbar. Ein mutiges Springeropfer brachte die Mittelbauern frei. Voran! Fast hätte es gereicht, ein Tempo im Damenendspiel hat wohl gefehlt. Patt mit Dame gegen c-Freibauer. Trotzdem: Thomas! Ein KÄMPFER! [PS. hat die Analyse was ergeben?].


11. Spieltag: Kasseler SK – BvK Frankfurt 4 ½ : 3 ½


 3 Rafiee,Makan           ½ : ½ De Visser,Leon          3  
 4 Kearns,Christopher     1 : 0 Wendel,Stephan          4  
 5 Kersten,Uwe            1 : 0 Koch,Markus             5  
 7 Humburg,Philipp        ½ : ½ Wege,Jochen             6  
 8 Aslan,Benjamin         0 : 1 Schwenkreis,Thomas      8  
 9 Meyner,Hannes          ½ : ½ Walther,Cliff          10  
11 Luechtemeier,Peter     ½ : ½ Barpiyeva,Gulsana      12  
16 Hoepfner,Tim           ½ : ½ Syed,Tareq             15

Alle Metbecher waren geleert, jeder Absinth war ausgesüffelt. Die Nieder hatten uns durch ihre Niederlage am Sonnabend unabsteigbar gemacht.
So konnten wir eine Erfurter Nacht (zusammen mit den Kollegen aus dem Frankfurter Westen) im mittelalterlichen “Christoffel” geniessen. Wie mir später bekannt wurde, gaben am Wochenende in einer Bar nur ein paar Häuser weiter Thomas Hübner [der andere; NICHT der durch Fussballgott Visile Miriuta, der im Übrigen gestern entlassen wurde, suspendierte Cottbusser Kicker] und Konstantin Wecker [ja. Der Kokser!] ein spontanes Kneipenkonzert. Alltag in einer deutschen Dritte-Liga-Stadt.

Für uns gab es “nur noch”, die durch Jochen als “privat” deklarierten Partien zu verwalten.


Nicht viel Zeit benötigte Leon, allerdings weiß ich weder etwas über das Bieterverhalten noch über die Stellung.

Gulsana erreichte nach nicht viel mehr Zeit ein schnelles Weißremis mit einem Retiaufbau [so heißt das wohl? Ein Rentner ohne Lf4?].

Dann bin ich mir für den chronologischen Ablauf nicht ganz sicher, aber Thomas hatte mit einem Bird(?)- oder Königsgambit(?)-Aufbau, über dessen Namen ich mir leider nicht ganz sicher bin, eine Druckstellung gegen die kurze Rochade erreicht. Dann kam nur noch Sxf7 – Zack – und Dh5 – Zack – und Bauer f5-f6 – Zack und Material zurück und Linienöffnung und Königshatz und .... und .... Genial!

Tareq verbesserte eine Altindisch-Buchvariante aus Sportverlag-Zeiten [Harry Weinstein – Bent Larsen 1982]. Die vorbereitete Neuerung verhalf ihm zu einem problemlosen Schwarzremis. Klingt nach pflichtbewusster Abendgestaltung.

Ein igelähnliches Teil wurde bei Jochen gesichtet. Erst dachte ich, er steht mit den Figurenstützpunkten etwas “wackelig” (ähnlich seiner einzigen Niederlage gegen Liebschwitz), aber dann wurde es irgendwie ein Mehrbauer. Leider aber 3 vs. 2 Bauern auf einem Flügel im Turmendspiel. Das war nun wirklich nicht zu gewinnen.

Gegen diesen Gegner kann man sogar Drachen spielen! War die Quintessenz der Wendel’schen Vorbereitung. Gesagt tun getan. Leider waren die Drohungen auf der geöffneten h-Linie derart stark, das mit Mühe und Not in ein klar verlorenes Turmendspiel abgewickelt werden musste. [Ich als “Taktikmonster” war allerdings mittendrin mehrfach(!) schwer beeindruckt, das der Königsangriff durch Stephan überhaupt IRGENDWIE abgefedert wurde].

Uwe Kersten ist grau geworden. Schach klappt allerdings noch hervorragend. In einem Nimzo-Holländisch(?) wurde der c-Doppelbauer von Markus bearbeitet, während das thematische Königsflügelspiel von Weiß nicht recht vorankam. Ein – darf ich es so sagen? – Verzweiflungsopfer wurde mit relativ leichter Hand abgewehrt. Selbst in der Zeitnotphase war dann nicht wirklich etwas drin für unseren Süd-Hessen.

Eröffnungstheoretisch höchstens auf SOS-Niveau ist Cliff. Nachdem der junge Gegner das 5-Minuten-Remis ablehnte, erreichte ich aber irgendwie mit Band 11/Seite 71 eine passable Stellung und dann ein Endspiel mit Qualitätsvorteil (2 Türme gegen Turm + Läufer + 2 blockierte Bauern). Das war sicher mehrfach Remis durch Zugwiederholung, aber da es bei Jochen, Markus und Stephan noch nicht ganz klar war, meinte der Nord-Hesse weiterspielen zu müssen. Dann war aber ein Turmpaar getauscht (und ich hatte noch gaaaanz viel Zeit) und ich kurbelte und kurbelte und kurbelte.... und ... und der Gegner gab mir sogar 2x oder 3x kleine Chancen durch Abdrängung bzw. Zugzwangmotive. Im 61.Zug wurde der letzte Stein geschlagen. Noch im 107.Zug war die Stellung gewonnen, ich hätte einen Zug eher mit dem König zum “point-of-sacrifice da rook” eilen und genau im 111.Zug den nötigen Schlagfall erreichen können.
[Wie heißt der Ortsteil der Katastralgemeinde Hofstatt der Gemeinde Tarsdorf im Bezirk Braunau am Inn in Oberösterreich?]







13.03.
2016
1. Mannschaft / Runde 9
von Jochen


Punkt verschenkt ... egal


9. Spieltag: BvK Frankfurt – SVK Marburg 4 : 4

 2 Holvason,Juri          0 : 1 Alber,Horst             3  
3 De Visser,Leon ½ : ½ Henrich,Thomas 4
4 Wendel,Stephan 0 : 1 Duncker,Joachim 6
5 Koch,Markus 1 : 0 Heiling,Thomas,Dr. 9
6 Wege,Jochen 1 : 0 von Heydwolff,Florens 12
7 Vollmar,Rainer ½ : ½ Winter,Patrick 13
8 Schwenkreis,Thomas ½ : ½ Khoshneviszadeh,Mehran 14
9 Rueger,Erhard ½ : ½ Kuhn,Gerhard 15

Stark ersatzgeschwächt traten die Marburger an, nicht weniger als vier Stammspieler mussten sie ersetzen. Das sollte eine lösbare Aufgabe für uns werden.



Weiterhin gut in Form präsentierte sich Jochen. In einer komplizierten Winawer-Stellung erlangte er nach und nach die Initiative und gewann entscheidend Material. Da half auch der Roeberg-Trick nichts.
1:0

Eröffnungstheoretisch auf der Höhe zeigte sich Markus. In einer messerscharfen Variante im Wolga-Gambit opferte er eine Figur und erhielt neben zwei Bauern starke Initiative. Er ließ seinen Gegner nicht mehr aus der Umklammerung entkommen.
1:0

Thomas konnte seinen Abwärtstrend stoppen. In einem interessanten Königsgambit konnte er den Mehrbauern eine Zeitlang behaupten, dafür bekam der Gegner gefährliche Initiative. Unter Rückgabe des Bauern löste sich alles in ein ausgeglichenes Leichtfigurenendspiel auf.
½:½

Die inhaltsreichste Partie fand am Spitzenbrett statt. Juri hatte eine Mehrfigur, der Gegner dafür einige Bauern und Druck. In der Analyse fanden wir eine originelle Zugwiederholung, die einen würdigen Abschluss der schönen Partie gegeben hätte. Juri griff leider fehl, die gegnerischen Freibauern wurden zu stark.
0:1

Betont ruhig legte Erhard seine Partie an. Durch geduldiges Manövrieren konnte er einen Bauern erobern. Den stellte er durch einen einfachen Überseher postwendend wieder ein.
½:½

Mehr als ein halber Punkt war auch für Rainer drin. Im Mittelspiel hatte er eine aussichtsreiche Stellung mit Raumvorteil. Dann blockierte er zunächst unnötigerweise den Damenflügel, stand aber weiterhin etwas besser. Doch er zeigte Wirkung und ließ den Damentausch zu, wonach nichts mehr los war.
½:½

Stephan kam an diesem Tag überhaupt nicht ins Spiel. Die Eröffnung lief nicht rund, ziemlich schnell gesellte sich Zeitnot dazu. Das ließ sich nicht mehr reparieren.
0:1

Leon hatte im Mittelspiel die bessere Stellung und gute Chancen auf den vollen Punkt. Das Gegenspiel am Königsflügel war jedoch stark und so musste Leon in ein Turmendspiel abwickeln, das recht klar remis war.
½:½

Den Sprung auf den vierten Tabellenplatz verpasst. Aber was soll’s.







21.02.
2016
1. Mannschaft / Runde 8
von Jochen


Souveräne Vorstellung


8. Spieltag: BvK Frankfurt – SV Vimaria Weimar 6 : 2

 2 Holvason,Juri          ½ : ½ Philipp,Michael         1
 4 Wendel,Stephan         1 : 0 Albrecht,Juergen        2
 5 Koch,Markus            1 : 0 Gulich,Christian        4
 6 Wege,Jochen            1 : 0 Riedel,Finn             5
 7 Vollmar,Rainer         1 : 0 Philipp,Mathias         6
 8 Schwenkreis,Thomas     0 : 1 Scheitz,Michael         7
10 Walther,Cliff          ½ : ½ Stiefel,Roland          8
13 Engel,Johannes         1 : 0 Graef,Michael          12

Nach unseren Erfolgen in der vorherigen Doppelrunde sollte gegen Weimar der vorzeitige Klassenerhalt eingetütet werden. Auch wenn wir ersatzgeschwächt waren, eine lösbare Aufgabe. Andererseits, auch Liebschwitz war eine lösbare Aufgabe.


Viel Bedenkzeit musste Jochen schon in der Eröffnung investieren, dafür überstand er die Komplikationen mit Vorteil. Um nicht erdrückt zu werden, opferte der Gegner für Königsangriff eine Figur. Jochen konnte die Attacke locker abwehren und seinerseits mattsetzen.
1:0

Durch ein ungewöhnliches Motiv konnte Markus im frühen Mittelspiel Turm und zwei Leichtfiguren für die Dame gewinnen. Da seine Figuren obendrein gut koordiniert waren, gewann er schnell.
1:0

Bei Thomas hofften wir auf ein Ende seiner Formkrise. Dem war leider nicht so. In einer geschlossenen Italienisch-Stellung fand er sich nicht gut zurecht, am Schluss überschritt er in wohl haltbarer Stellung die Bedenkzeit.
0:1

Juri hatte im Mittelspiel einen schönen Angriff, doch auch der Gegner hatte seine Chancen. Schlussendlich endete die Partie mit Dauerschach.
½:½

Sehr zähflüssig war die Partie bei Cliff, lange Zeit wurde nichts getauscht. Nach und nach erlangte Cliff Vorteil, unterschätze jedoch seine Chancen. So wurde sich auf Remis geeinigt.
½:½

Rainer kam in einem damenlosen Mittelspiel in Vorteil, da er einige Bauern- und Felderschwächen belagern konnte. Nachdem der Gegner eine gute Verteidigungsmöglichkeit ausließ, gewann Rainer leicht.
1:0

Eine souveräne Vorstellung zeigte Angelo. Er provozierte einige Schwächen in der gegnerischen Stellung, um dann einige Bauern einzusammeln. Zu keinem Zeitpunkt der Partie ließ er Luft rein.
1:0

Keine Ahnung, wie die Stellung bei Stefan im Mittelspiel einzuschätzen war. Dynamischer Ausgleich vielleicht. In der Folge gelang es ihm, seinen Gegner zu überspielen.
1:0

Kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen die Saison.






17.01.
2016
1. Mannschaft / Runde 6 + 7
von Jochen


Überraschungen in der Doppelrunde


6. Spieltag: BvK I – Mörlenbach-Birkenau 4½ : 3½

 1 Karabalis,Harilos      0 : 1 Kunin,Vitaly            1
 2 Holvason,Juri          0 : 1 Galdunts,Sergey         2
 3 De Visser,Leon         1 : 0 Legde,Georg             3
 4 Wendel,Stephan         1 : 0 Dittmar,Peter           4
 5 Koch,Markus            1 : 0 Felgendreher,Heiko      6
 6 Wege,Jochen            1 : 0 Klings,Peter            8
10 Walther,Cliff          0 : 1 Schaefer,Michael        9
14 Goebel,Andreas         ½ : ½ Wohlfart,Paulus,Dr.    10


Zur Gast bei der Doppelrunde in Nied waren der Tabellenführer Mörlenbach sowie die erstmals in Bestbesetzung angetretenen Wiesbadener. Da würde wohl nur schwer für uns was zu holen sein…

Ausgangs der Eröffnung opferte Jochen eine Figur. Dafür erhielt er drei Bauern, zwei davon weit vorgeschobene Freibauern. Noch dazu fanden die gegnerischen Figuren keine vernünftigen Felder; trotz der Mehrfigur erwies sich die Stellung als überraschend hoffnunglos.
1:0

Einen schweren Stand hatte Harilos am ersten Brett. Er spielte eine anständige, spannende Partie, doch der Großmeister setzte sich letztlich verdient durch.
0:1

Leon opferte ausgangs der Eröffnung gegen seinen gut vorbereiteten Gegner zwei Bauern und erhielt neben Entwicklungsvorteil ein wunderschönes Läuferpaar, dass das offene Brett beherrschte. Schwer für den Gegner, dem Druck standzuhalten.
1:0

In der Ersten läuft’s noch nicht richtig rund für Cliff. Er kam bequem aus der Eröffnung, dann wurde er nach und nach überspielt.
0:1

Spannung bei Stephan: während der Gegner quasi undeckbar einzügig matt drohte, scheuchte Stephan seinerseits den gegnerischen König mit diversen Schachs über das ganze Feld. Gut, dass mit Zeitgutschrift pro Zug gespielt wird! Nach einer forcierten Zugfolge von ca. 15 Zügen zappelte der gegnerische König endlich im Mattnetz.
1:0

Juri packte das Evans-Gambit aus. Offenbar überraschend für beide Kontrahenten, wie aus dem beidseitigen Zeitverbrauch zu entnehmen war. Juri stand nach der Eröffnung klar überlegen, die Stellung wurde leider irritierend kompliziert. Letztlich gelang es ihm nicht, seine Figuren vernünftig zu koordinieren.
0:1

„Heiko ist ein Bolzer, spielt sehr agressiv.“ So meine mahnende Worte an Markus, die er hoffentlich bei seiner Eröffnungswahl berücksichtigen würde. Als ich das erste Mal an seinem Brett genauer hinschaute, klopften bereits die gegnerischen Bauern bei der Königsstellung an, gefolgt von einem Heer kampf- und opferwilliger Figuren. Irgendwie überlebte Markus das Ganze und konnte sich im Schwerfigurenendspiel durchsetzen.
1:0

So lag es an Big G, uns den Mannschaftssieg zu sichern. In einer recht ereignisarmen Partie entstand ein total ausgeglichenes Turmendspiel. Natürlich unternahm der Mörlenbacher angesichts des Mannschaftsstandes noch einige Gewinnversuche und konnte in der Schlussstellung immerhin einen zentralisierten König aufweisen – allerdings waren auch nur noch die beiden Könige auf dem Brett.
½:½

4½:3½. Win-win-Situation, Mörlenbach will doch sicher gar nicht schon wieder in die 2. Liga.



7. Spieltag: Wiesbadener SV – BvK Frankfurt 4 : 4

 1 Chojnacki,Krzysztof    ½ : ½ Karabalis,Harilos       1
 2 Geske,Julian           ½ : ½ Holvason,Juri           2
 3 Nehmert,Ulrich         ½ : ½ De Visser,Leon          3
 4 Dubkov,Andrej          ½ : ½ Wendel,Stephan          4
 5 Gottschalk,Jens        1 : 0 Koch,Markus             5
 6 Ress,Tamas             0 : 1 Wege,Jochen             6
 7 Minor,Samuel           ½ : ½ Vollmar,Rainer          7
 8 Kayser,Felix           ½ : ½ Syed,Tareq             15


Ganz toll, dass genau an diesem Sonntag Morgen der Winter Einzug gehalten hat und wir somit erst mal mit Freikratzen des Autos beschäftigt waren. Gut dass wir ausreichend Zeitpuffer für die Fahrt nach Nied eingeplant hatten.

Stephan kam zu einem schnellen Remis.
½:½

Leon auch.
½:½

Harilos baute eine extrem langweilige Italienisch-Stellung auf. Nachteil: keinerlei Aussicht auf Verwicklungen oder gar Initiative. Vorteil: für den Gegner genauso wenig.
½:½

Einen weiteren halben Punkt steuerte Juri bei. Von der Partie habe ich wenig mitbekommen, anscheinend war das Gleichgewicht in einem Königsinder nie ernsthaft gestört.
½:½

Tareq musste ausgangs der Eröffnung einigen gegnerischen Druck aushalten; nachdem er das überstanden hatte, stand einem weiteren Remisschluss nichts im Wege.
½:½

Aus der Eröffnung heraus erlangte Jochen eine etwas bessere Stellung gegen den Wiesbadener Topscorer. Der fackelte nicht lange und ging mit einem Damenopfer (gegen Turm und Läufer) all-in. Nach und nach konnte Jochen die Attacke abwehren und auf dem Weg noch zwei Bauern mitnehmen; am Schluss entschied der Materialvorteil.
1:0


Rainer hatte eine seiner typischen Schiebestellungen im Englisch auf dem Brett. Er gab am Damenflügel einen Bauern und erlangte dafür satte positionelle Kompensation. Angesichts des Mannschaftsstandes begnügte auch er sich mit einem Remis.
½:½

Markus hatte die Chance, den Mannschaftssieg zu sichern. Die Eröffnung lief günstig für ihn, dann verlor er jedoch zusehends erst den Faden und später durch Zeitüberschreitung.
0:1

4:4. Starke Leistung!

Aus der Doppelrunde drei Mannschaftspunkte mehr als erwartet mitgenommen und gezeigt, welcher Schachverein in Frankfurt die Vorherrschaft hat :-)  Gutes Wochenende.

Danke an die Nieder für die gute Ausrichtung! Hoffe, wir können in Erfurt zusammen ein paar Kneipen besichtigen.







Dez.
2015
Bad Schwartauer Open 2015
von Tareq


Schach und Marmelade

Turnierbericht: Joe & Tareq beim Bad Schwartauer Open 2015

Relativ spontan entschlossen sich Ende Dezember die Schachfreunde Joe & Tareq zur Teilnahme an einem neu ins Leben gerufenen siebenrundigen Open, nämlich dem von Bad Schwartau bei Lübeck, das vom 27.-30.12. in gerade einmal seiner zweiten Auflage ausgetragen wurde. Nachdem er in den letzten Jahren bei Teilnahmen an den stark besetzten Jahresendklassikern in Böblingen und Erfurt eindeutig an seine Grenzen geraten war, hatte Tareq auf Joes Anfrage hin den Wunsch geäußert, mit einem nach Möglichkeit nicht übermäßig stark besetzten Turnier vorlieb zu nehmen. Die Veranstaltung in der kleinen „Marmeladenstadt“ Bad Schwartau wirkte da genau richtig: abgesehen von 6 gemeldeten Titelträgern machte das etwa 90köpfige Feld keinen besonders furchterregenden Eindruck. Genauer gesagt, war – zumindest bis kurz vor Turnierbeginn – die Meldeliste äußerst ungewöhnlich zusammengesetzt: es dürfte z.B. nur selten vorkommen, dass in einem Open mit neunzig Teilnehmern gerade einmal vier Spieler im 1900er DWZ-Bereich auftauchen (zwei davon waren jedenfalls die BvKler J. & T.).

Um es vorwegzunehmen: An der Spitze gab es nach 7 Runden keine großen Überraschungen. Der haushohe Favorit GM Vladimir Epishin aus Russland gewann, nachdem er die ersten sechs Runden ohne sichtliche Anstrengung für sich entschieden und dann in der Finalbegegnung gegen FM Markus Hochgräfe aus Hamburg ein Kurzremis produziert hatte. Hochgräfe wurde damit alleiniger Zweiter, gefolgt von FM Fries-Nielsen aus Dänemark (dessen stärker spielender Bruder, ein IM, in der Szene bekannter ist). In die Reihen der Titelträger konnten Mohammed Ghadimi auf dem vierten und Frederik Svane auf dem fünften Platz einbrechen – letzterer übrigens der kleine Bruder von Nachwuchsstar Rasmus Svane, dessen Familie im Open offenbar noch mit weiteren Mitgliedern vertreten war. Platz sechs und sieben, und damit die beiden letzten mit Geldpreisen dotierten Plätze, eroberten GM Leonid Voloshin aus Tschechien und IM Sergej Salov, einer der vielen anwesenden Lübecker Vereinskameraden von Frederik Svane. Anstelle von Großmeister Voloshin hatte allerdings ein anderer Spieler die Riesenchance, sich den sechsten Platz zu sichern, und zwar kein anderer als unserer Joachim „Joe“ Waffenschmidt – verhindert wurde dieser Coup im Verlauf einer dramatischen Schlussrundenbegegnung, in der Joe an Brett vier gegen den iranischen Altmeister Massoud Sawadkuhi nur ein Remis erreichte, obwohl er den Sieg praktisch schon in der Tasche hatte.

Bis zu dieser denkwürdigen Schlussrunde war es allerdings ein für unsere beiden BvKler recht beschwerlicher Weg. Aufgrund der ungewöhnlichen Zusammensetzung des Feldes war vorher schon klar, dass in Runde eins Gegner mit etwa 400-600 DWZ-Punkten weniger zu erwarten waren und damit alles andere als ein Auftaktsieg den DWZ-Schnitt von vornherein massiv verhageln würde. Diese erste Runde verlief dann gleich surreal: Von allen 44 Partien gingen nur drei Remis aus, und zwei dieser drei Remisen produzierten J. & T. vom BvK... Joe geriet mit Schwarz gegen einen 1500er-Nachwuchsmann in schlimme Bedrängnis und musste froh sein, dass dieser Remis annahm, während Tareq – ebenfalls mit Schwarz – gegen einen 1300er-Senioren zwar mühsam einen Bauern erobern konnte, dann aber in ein Gegenspiel hineinrannte, welches er in Zeitnot nur durch ein Dauerschach aufzuhalten wusste. Ein schlimmer Fehlstart also, der nur dadurch etwas erträglicher wurde, dass sich an Brett vier noch Seltsameres zugetragen hatte: FM Fries-Nielsen, immerhin mit ELO/DWZ um 2300 gesegnet, kam gegen einen 14jährigen mit einer DWZ im 1400er-Bereich ebenfalls nicht über ein Remis hinaus.

Während Tareq in Runde 2 gegen einen DWZ-losen Spieler hochgelost wurde und sicher gewann, bekam Joe besagten FM Fries-Nielsen vor die Brust gesetzt. Einerseits ein gutes Los, weil dadurch sein DWZ-Schnitt nicht so brutal absank wie nach dem Fehlstart zu erwarten, andererseits aber doch kein guter Abschluss des Tages, da Joe in einem Wolga-Gambit früh ungenau spielte und chancenlos unterging.

Am folgenden zweiten Turniertag rechnete sich Tareq gegen den iranischen Altmeister IM Massoud Sawadkuhi gewisse Chancen aus, da er vor elf Jahren einmal eine gute Partie mit realen Gewinnchancen gegen diesen abgeliefert hatte und es diesmal eventuell noch besser machen wollte (damals hatten beide in Zeitnot das Flattern bekommen und sich auf Remis geeinigt). Diese hochfliegenden Pläne wurden gründlich zerstört; in einer Philidor-Verteidigung mit blockiertem Zentrum verpasste Tareq das rechtzeitige f7-f5 und wurde am Damenflügel überfahren, ohne auch nur den Hauch eines Gegenspiels erzeugt zu haben. Währenddessen mühte sich Joe sehr weit hinten im Feld um seinen ersten vollen Punkt und ergatterte diesen auch – der Nachname seiner jungen Gegnerin, nämlich Svane, war ihm im Partieverlauf Warnung genug, die Aufmerksamkeit nicht sinken zu lassen.

Damit standen unsere BvKler bei 50% und erhielten in Runde vier ihnen bereits bekannte Gegner: Joe bekam Tareqs nicht mehr ganz jungen Kontrahenten aus Runde eins, während Tareq sich jenem Nachwuchsmann gegenüber sah, der Joe in eben dieser Startrunde so hart in Bedrängnis gebracht hatte. Erwartungsgemäß war letztere Aufgabe schwerer: Während Joe seinen Gegner in einem Katalanen überfuhr und sich darüber jederzeit im klaren war, hatte auch Tareq mit Weiß ein eindeutiges positionelles Plus, wusste aber zu keinem Zeitpunkt der Partie um die wirkliche Größe seines Vorteils – und um die angemessene Umsetzung schon gar nicht. Während Joe schon längst den vollen Punkt verbucht hatte und, zufrieden mit dem zweiten Tag des Turniers, den Ort des Geschehens verlassen konnte, musste Tareq noch lange „nachsitzen“: sein Gegner hatte sich taktisch geschickt Gegenchancen erarbeitet. Die entstandene Stellung war aber letztendlich viel zu schwierig für beide Spieler, und das Ende in einer Remisschaukel ein insgesamt angemessener Schluss des reichlich unansehnlichen Hin- und Hers.

Zu Beginn von Tag drei erhielt Joe zum zweiten Mal hintereinander Weiß und setzte seine Aufholjagd auf die vorderen Bretter fort, er schaffte recht ungefährdet seinen dritten Sieg in Reihenfolge. Tareq dagegen ärgerte sich darüber, schon wieder einen jungen Gegner der Kategorie underrated vorgesetzt zu bekommen: Diesmal jenen 14jährigen, dem in Runde eins das Remis gegen FM Fries-Nielsen gelungen war. Gegen Tareqs Randspringergefudel erwies der Jüngling sich als durchdacht vorbereitet (Kommentar bei der Post-Mortem Analyse: „Der Computer mag Ihre Eröffnung nicht“) und konnte bald aus fester und durchaus besserer Stellung heraus Remis anbieten, welches sein für seine nicht übermäßige Risikobereitschaft bekannter Gegner nach einiger frustrierter Grübelei annahm.

Für Tareq war das Turnier damit im höheren Sinne gelaufen – zwar hatte er nur eine Partie verloren, und dies gegen einen Titelträger, aber sein Score gegen ansonsten weitaus geringer gewertete Gegnerschaft war indiskutabel. Trotzdem griff er in Runde sechs fröhlich am Königsflügel an und nahm gegen den zweiten 1400er des Tages dann doch mal zur Abwechslung einen vollen Punkt mit. Für Joe begann das Anfangs arg missratene Turnier indessen richtig gut zu werden, hatte er sich doch auf die französische Abtauschvariante seines Gegners sinnvoll vorbereitet und überspielte diesen schwungvoll – sein vierter Sieg in Folge! Vor der Schlussrunde hatte Joe damit 4,5 aus sechs, während sich Tareqs Konto mit einem Punkt weniger deutlich bescheidener ausnahm.

Nun stand vor allem die Frage im Raum welchen Schlussrundengegner Joe in der Auslosung bekommen würde, denn bei einem Sieg war sein Vordringen in die Geldpreisregion eine ausgemachte Sache. Unsere BvKler warteten die Antwort während eines abendlichen Ausflugs nach Lübeck bzw. bei einem gemütlichen Abendessen im dortigen Tipasa ab, und siehe da: es wurde mal wieder ein Gegnertausch. Joe bekam IM Sawadkuhi zugelost, also Tareqs Gegner aus Runde 3, während Tareq sich auf den von Joe soeben in Runde sechs zerlegten Kontrahenten mit 1700er-DWZ freuen durfte.

Bei Tareq lief dann am Schlusstag auch alles relativ glatt, sein schwarzer Randspringer keilte diesmal wirksam aus und brachte ihm schnell so unzweideutige Vorteile, dass er zwischendurch immer mal wieder das Geschehen an Brett 4 verfolgen konnte, sprich Joes Schwarzpartie gegen IM Sawadkuhi. Wie vorauszusehen war, hatte Sawadkuhi 1.e4 eröffnet, was Joe mit dem „defensiven“ Rubinstein-Franzosen beantwortete – keineswegs in von vornherein friedlicher Absicht, sondern erpicht darauf, sich die Gewinnstrategie des Gegners zeigen zu lassen, um sie möglichst giftig zu beantworten. Dieser am Vorabend ausbaldowerte Plan ging in geradezu traumhafter Weise auf, denn Sawadkuhi versuchte es mit einem überscharfen Abspiel mit langer Rochade und lud Joe förmlich zu energischem Gegenspiel am Damenflügel ein. Die Krisis des aufziehenden Wettrennens verpasste Tareq leider, da er sich wie so oft noch einige überflüssige Probleme aufgehalst hatte und erstmal am eigenen Brett für Übersichtlichkeit sorgen musste. Als diese wieder hergestellt war und Tareq endlich den nächsten Blick auf Joes Stellung werfen konnte, traute er seinen Augen kaum: Sawadkuhi hatte auf h7 den Läufer geopfert, aber die Sache sah sehr, sehr langfristig, um nicht zu sagen sehr inkorrekt aus! Damit nahm ein Drama seinen Anfang, denn Joe musste mit Mehrfigur eigentlich nur noch alle Drohungen abwehren, aber seine Zeit tickte gnadenlos herunter... es waren noch acht Züge zu absolvieren, seine Uhr unterschritt die Zwei Minuten-Marke und bewegte sich auf nur noch eine Minute zu – was Joe, der offenbar gewillt war, alle Verteidigungsmanöver sauber auszurechnen, nicht zu stören schien. Kurz darauf ging dann das Zeitnotgehacke los, und die Münze landete sozusagen auf der Kante: Joe schaffte die vierzig Züge, aber nur in einer unvorhergesehenen Zugwiederholungssequenz. Remis, obwohl die Stellungswiederholung nicht erzwungen war – Joe hatte schlicht den einen Weg übersehen, ihr auszuweichen und den vollen Punkt einzufahren!

Kopfschütteln und Entgeisterung bei Joe, der hier sicherlich eine der denkwürdigsten Partien seines Lebens gespielt hatte und es mit einigem Abstand denn auch schon wieder etwas positiver sah. Mit fünf aus sieben konnte er immerhin doch noch ein respektables Ergebnis vorweisen (Platz zwölf in der Endtabelle), und auch Tareq war angesichts seiner 4,5 aus sieben nicht gänzlich enttäuscht (Platz 26), auch wenn er im Gegensatz zu Joe um herbe DWZ-Verluste nicht herumkam.

Jedenfalls gestaltete sich die fünfstündige Rückfahrt, anders als es sonst häufig der Fall ist, weitaus kurzweiliger als die Hinfahrt, denn Joes Schlussrundenpartie bot natürlich einigen Stoff zur Diskussion – um so mehr, als mit seinem Gegner Sawadkuhi nach der Partie noch ausführliche Analyse bzw. ein sehr angenehmes Gespräch möglich war, in der der Olympia-Veteran von Skopje 1972 unseren vergleichsweise untalentierten BvKlern einige interessante Einblicke gewährte (war er doch z.B. in der auf’s Brett gekommenen Variante viel länger seinem Vorwissen gefolgt, als diese erwartet hatten).

Insgesamt also ein schönes, ja lehrreiches Turnier, auch wenn am Ende die ganz große BvK-Heldentat nicht realisiert werden konnte. Vielleicht ja beim nächsten mal – die guten Spielbedingungen und die liebevolle Organisation sprechen durchaus dafür, sich bei Gelegenheit wieder im beschaulichen Bad Schwartau ans Brett zu setzen.


2. Internationale Bad Schwartauer Schachopen

Rangliste: Stand nach der 7. Runde
Rang Teilnehmer Titel TWZ At Verein/Ort Land S R V Punkte Buchh PktSum
1. Epishin,Vladimir GM 2542 M RUS 6 1 0 6.5 31.5 27.5
2. Hochgräfe,Markus, FM 2358 SC Diogenes GER 5 2 0 6.0 29.5 26.0
3. Fries-Nielsen,Nie FM 2309 SV Diag.Harburg DEN 5 1 1 5.5 28.5 22.5
4. Ghadimi,Mohammed 2107 SK Doppelbauer GER 5 1 1 5.5 28.0 23.5
5. Svane,Frederik 1990 Lübecker SV GER 5 1 1 5.5 27.0 21.0
6. Voloshin,Leonid GM 2407 M CZE 5 0 2 5.0 29.5 23.0
7. Salov,Sergej IM 2225 Lübecker SV GER 4 2 1 5.0 29.0 22.0
8. Sawadkuhi,Massoud IM 2145 SK Bremen-Nord IRI 3 4 0 5.0 28.5 22.0
9. Woll,Wilfried 2132 Greifswalder SV GER 3 4 0 5.0 25.0 21.0
10. Rickert,Heiko 1980 Lübecker SV GER 4 2 1 5.0 24.5 20.5
11. Roth,Thorsten 2100 vereinslos GER 4 2 1 5.0 24.5 19.0
12. Waffenschmidt,Joa 2029 SC Brett vorm K GER 4 2 1 5.0 24.0 18.0
13. Dusbaba,Karel 2134 M SK Sachy Chlume CZE 4 1 2 4.5 27.5 22.0
14. Wirries,Frank-Mic 1833 Lübecker SV GER 3 3 1 4.5 27.5 19.5
15. Raddatz,Michael 2017 Niendorfer TSV GER 4 1 2 4.5 26.5 20.5
16. Kliewe,Hans-Jürge 2057 ASV Wismar GER 4 1 2 4.5 26.5 20.0
17. Just,Anita,Dr. WFM 1969 W SV Allianz Leip GER 3 3 1 4.5 26.0 19.5
18. Wegner,Florian 1810 Segeberger SF GER 4 1 2 4.5 26.0 18.5
19. Frambol,Christian 1762 M Skanderborg Ska DEN 3 3 1 4.5 26.0 18.0
20. Erich,Jürgen 1904 Lübecker SV GER 4 1 2 4.5 25.5 20.5
21. Kreutz,Ralf 1671 Königsjäger Süd GER 4 1 2 4.5 25.0 15.0
22. Saß,Patrick 1893 SV Bad Schwarta GER 4 1 2 4.5 23.5 19.5
23. Schwerdtfeger,Wol 1820 Lübecker SV GER 4 1 2 4.5 23.5 18.0
23. Schmitz,Karl-Hein 1738 SF Konz-Karthau GER 4 1 2 4.5 23.5 18.0
25. Kracht,Helmut 2041 SK Kaltenkirche GER 3 3 1 4.5 23.5 17.5
26. Syed,Tareq 2058 SC Brett vorm K GER 3 3 1 4.5 23.5 16.0
27. Hommel,Niclas 1776 Schachunion Ber GER 3 2 2 4.0 27.0 18.0
28. Töpper,Olaf,Dr. 1889 SV Eutin GER 3 2 2 4.0 26.5 19.5
29. Hartwig,Sebastian 1881 SK Neustadt GER 4 0 3 4.0 25.5 17.0
30. Dahlhaus,Friedhel 2050 DJK Wacker Berg GER 3 2 2 4.0 25.0 19.0

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13.12.
2015
1. Mannschaft / Runde 5
von Jochen
Blaues Auge

5. Spieltag: SV Liebschwitz – BvK Frankfurt 4 : 4

 2 Hermannsdoerfer,Frank  1 : 0 Karabalis,Harilos       1
 3 Gerhardt,Frank         0 : 1 Holvason,Juri           2
 4 Kastner,Peter          0 : 1 De Visser,Leon          3
 5 Biel,Maik              ½ : ½ Wendel,Stephan          4
 6 Weiss,Werner           0 : 1 Koch,Markus             5
 7 Birke,Andreas          1 : 0 Wege,Jochen             6
 8 Mueller,Gunther        ½ : ½ Walther,Cliff          10
10 Meissner,Steffen       1 : 0 Bagatsch,Thomas        16

Nach dem wichtigen Sieg gegen Gießen galt es, die Pflichtaufgabe in Gera zu erfüllen; damit hätten wir uns im sicheren Mittelfeld etabliert. Diesmal fuhren Jochen und Harilos schon Samstag Abend mit dem Zug nach Erfurt, um sich dort gemeinsam mit Cliff intensiv auf den Mannschaftskampf vorzubereiten, während der Rest der Truppe Sonntag frühmorgens mit dem Auto nach Gera fuhr.

Die Erfurtfahrer trafen prompt verspätet am Spiellokal ein. Keiner hatte vorher geschaut, wo eigentlich das Spiellokal ist, und so irrten sie erstmal eine Weile in Liebschwitz herum, bevor sie auf die Idee kamen mal nachzuschauen und dann fix nach Gera zu brausen.


Harilos bekam seine Vorbereitung aufs Brett, obwohl das etatmäßige Spitzenbrett der Gastgeber fehlte. Im Mittelspiel sah seine Stellung attraktiv aus: er verfügte über die bessere Bauernstruktur und hatte Angriffschancen am Königsflügel. Er verließ sich auf den Königsangriff, der sich als Sackgasse erwies, und wurde am Damenflügel ausgekontert.
0:1

Eine saubere Partie spielte abermals Leon. Im Mittelspiel etablierte er einen gefährlichen entfernten Freibauern, der im Doppelturmendspiel für die Entscheidung sorgte.
1:0

Zu seinem ersten Saisonsieg kam Markus. In einer königsindischen Struktur ließ er keinerlei Gegenspiel zu und siegte locker im Königsangriff.
1:0

Thomas B, Schreck des Ostens, versuchte abermals sein graziles Damenmanöver in der Eröffnung: Dd8-h4-d8. Diesmal nicht ganz so erfolgreich. Im späteren Partieverlauf verirrte sich seine Dame nach a3 und wurde dort gefangen.
0:1

Stefan stand in einem königsindischen Mittelspiel einfach nur schlecht, ohne jegliche Aktivität. Glück gehabt, dass ein Remisangebot kam.
½:½

Cliff fand nach der Eröffnung kein geeignetes Konzept, wie er den weiteren Partieverlauf anlegen sollte. Auch hier ist die Punkteteilung als eher glücklich zu bewerten.
½:½

Bei Juri läuft es derzeit. Von der Partie habe ich leider nicht so viel mitbekommen, doch im Mittelspiel schien er seinen Gegner am Königsflügel niederzurollen.
1:0

Beim Stand von 4:3 kämpfte nur noch Jochen. Tja, irgendwann reißt jede Serie, aber gegen Gera?! Jochen schnappte sich im Mittelspiel einen Bauern, musste jedoch strukturelle Schwächen und aktive gegnerische Figuren aushalten. So plante er ein paar Bauern zu opfern, um selbst aktiv zu werden. Leider klappte nur der Teil mit opfern.
0:1

Die Erfurtfahrer damit 0,5/3. Lag’s am mongolischen Wodka?
Nur weitere Testreihen können da Aufschluss geben.


Beschweren können wir uns nicht – die entschiedenen Partien waren alle verdient, bei den Remisen hatten wir eher Glück. Sollten uns steigern.









15.11.
2015
1. Mannschaft / Runde 4
von Jochen


Zitterpartie

4. Spieltag: BvK Frankfurt – SK 1858 Gießen 5 : 3

2 Holvason,Juri          1 : 0 Donchenko,Anatoly       1   
3 De Visser,Leon         1 : 0 Derichs,Roger           2   
4 Wendel,Stephan         0 : 1 Sehrt,Juergen           3   
5 Koch,Markus            0 : 1 Konrad,Lutz,Dr.         5   
6 Wege,Jochen            1 : 0 Gerber,Peter            7   
7 Vollmar,Rainer         1 : 0 Klippel,Jan             8   
8 Schwenkreis,Thomas     0 : 1 Rudolph,Peter          11   
9 Rueger,Erhard          1 : 0 Bahlo,Jens             16

Es wurde allmählich Zeit für unseren ersten Saisonsieg, da kam unser Lieblingsgegner aus Mittelhessen gerade recht. Obgleich nicht in stärkster Besetzung angetreten, hüteten wir uns selbstverständlich davor, sie zu unterschätzen. Dafür kennen wir uns zu gut.

Auf mäßigem Niveau fand die Partie an Brett 8 statt. Zunächst behandelte Erhard die Stellung ungenau – das frühmorgendliche Koffein hatte seine Wirkung noch nicht entfaltet –, doch der Gegner setzte noch einiges drauf und stellte zu guter Letzt im 9. Zug die Dame ein.
1:0

Jochen erlangte gegen den ambitionslosen Aufbau seines Gegners im Mittelspiel die Initiative und legte sukzessive die gegnerische Armee komplett lahm. Saubere Vorstellung.
1:0

Leon hatte seine Dame bedrohlich nah am gegnerischen König platziert und der Gegner versäumte es rechtzeitig, sie zu verscheuchen. Daraufhin zündete Leon ein taktisches Feuerwerk, das in ein gewonnenes Endspiel mündete. Sehr schön anzuschauen!
1:0

Klare Führung, auf den restlichen Brettern gute Stellungen: es sah zu diesem Zeitpunkt nach einem klaren Sieg für uns aus. Es sollte aber noch spannend werden.

Eine komplizierte Stellung war bei Thomas auf dem Brett, wobei es optisch besser für ihn ausssah (habe allerdings von der Partie wenig mitbekommen). Im Mittelspiel übersah er eine Taktik, wonach ein verlorenes Turmendspiel auf dem Brett stand.
0:1

Gewohnt ruhig legte Rainer seine Partie an. Im Mittelspiel gewann er zwei Figuren gegen einen Turm, doch die Stellung blieb kompliziert. In Zeitnot stellte der Gegner entscheidend Material ein. Die erste Gewinnpartie seit knapp 4 Jahren für GoldF!
1:0

Markus Waylon HeKo stand im Mittelspiel aussichtsreich, doch die Stellung war irritierend kompliziert. So verlor unser gewiefter Taktiker irgendwann die Übersicht. Hausaufgabe bis zum nächsten Mannschaftskampf: Studium des Buchs „Chess for Tigers“ von Simon Webb, speziell das Kapitel „How to catch Rabbits“.
0:1

Stephan hatte in einer Maroczy-Position die falschen Ideen und stellte Material ein. Unnötig. Aber vielleicht besser, dass es noch nicht mit dem FM-Titel geklappt hat. Wir haben schon erlebt, wie Neu-FMs bei BvK schnell die Motivation verlieren.
0:1

Duplizität der Ereignisse: wie schon vor zwei Jahren überließen die Gießener es dem armen, alten Donchenko, beim Stand von 3:4 für den Matchausgleich zu sorgen. Juri hatte im Mittelspiel eine Qualität gegen Bauer mehr, angesichts der verrammelten Stellung war jedoch für keine Seite ein Vorankommen möglich. Angesichts des Mannschaftsstandes musste der Gießener auf Gewinn spielen – Juri war es Recht und nahm mit messerscharfer Berechnung den ganzen Punkt mit.
1:0

So sieht die Tabelle schon wesentlich erfreulicher aus.


Danke an Tareq für die hervorragende Organisation!






11.10.
2015
1. Mannschaft / Runde 2 und 3
von Jochen


Nichts zu holen!

Die erste Doppelrunde fand in zwei verschiedenen Spiellokalen statt: Samstag in der Stadthalle Oberursel, Sonntag in der Burgwiesenhalle Bommersheim. Auch wenn dies im OL-Heft stand, war es erfreulich, einige Tage zuvor noch mal per E-Mail daran erinnert zu werden. Danke, das hatten wir schon anders erlebt!


3. Spieltag: SV Oberursel – BvK Frankfurt 5 : 3

 1 Dubiel,Jacek           ½ : ½ Holvason,Juri           2
 2 Margolin,Boris         1 : 0 De Visser,Leon          3
 4 Reschke,Stefan         ½ : ½ Wendel,Stephan          4
 5 Schlamp,Robert         1 : 0 Koch,Markus             5
 6 Haubt,Georg            ½ : ½ Wege,Jochen             6
 7 Koller,Jens            ½ : ½ Vollmar,Rainer          7
14 Stork,Oliver           ½ : ½ Schwenkreis,Thomas      8
15 Thieme,Hans            ½ : ½ Bagatsch,Thomas        16

Nachdem wir Sonntag morgens mit mehr Glück als Cleverness gerade so das Spiellokal erreichten, mussten wir feststellen, dass dies zwei Personen nicht gelungen war: dem Schiedsrichter (es stellte sich später heraus, dass er eine Autopanne hatte) sowie Juri.

Das war natürlich auch dem aufmerksamen Oberurseler Mannschaftsführer nicht entgangen. Vehement und lautstark – wohlgemerkt bei bereits laufenden Partien – wies er darauf hin, dass die Partie kampflos für uns verloren sei, sollte Juri nicht bis 9:30 Uhr im Spiellokal eingelaufen sein. So viel Fairness bereitet Freude. Aber alles gut, Juri war rechtzeitig da.

Oberursel war nicht mit der stärksten Truppe aufgelaufen. Da konnte vielleicht was drin sein.



Offenbar noch angeschlagen vom Vortag vereinbarte Stephan ein schnelles Remis.
½:½

Jochen hatte eine Benoni-Stellung mit vertauschten Farben auf dem Brett. Im Mittelspiel sah seine Stellung attraktiv aus, es war jedoch schwer weiterzukommen. Im Gegenteil: er verlor den Faden und musste eine Qualität geben. Die vage Kompensation bewog jedoch seinen Gegner, das Remisangebot anzunehmen.
½:½

Die Partie mit dem definitiv größten Altersunterschied der Kontrahenten fand an Brett 7 statt. Thomas geriet gegen das Oberurseler Jungtalent am Königsflügel unter Druck und verlor entscheidend Material. Mit Findigkeit und begünstigt durch gegnerische Zeitnot gelang ihm noch ein Dauerschach.
½:½

Die unterhaltsamste Partie an dem Wochenende spielte Tommy. Wunderschönes Kaffeehausschach: beide Könige offen und überall hingen Figuren in der Gegend herum. Am Schluss entstand ein für Tommy besseres Endspiel. Leider waren Türme auf dem Brett. ½:½

Lange Zeit hielt Markus die Stellung ausgeglichen. Einige Ungenauigkeiten kosteten schließlich den halben Punkt.
0:1

Schnell wurden bei Juris Partie die Damen getauscht. Keine Ahnung, wie das Mittelspiel zu beurteilen war, anscheinend war jedoch das Gleichgewicht der Stellung nie ernsthaft gestört. ½:½

Rainer  hatte mal wieder einen Maroczy-Sizilianer auf dem Brett. Er geriet unter Druck und gab vernünftigerweise eine Qualität. So erreichte er ein Endspiel, in dem es für den Gegner kein Weiterkommen gab.
½:½

Leon geriet im frühen Mittelspiel unter Druck und musste einen Bauern geben. Der entschied schließlich die Partie.
0:1

3:5. Insgesamt verdient.



2. Spieltag: BvK Frankfurt – SC Heusenstamm 2 : 6

 2 Holvason,Juri          ½ : ½ Sadzikowski,Daniel      1
 3 De Visser,Leon         ½ : ½ Wieczorek,Oskar         2
 4 Wendel,Stephan         0 : 1 Zuyev,Igor              3
 6 Wege,Jochen            ½ : ½ Weichhold,Pawel         4
 8 Schwenkreis,Thomas     0 : 1 Solonar,Stefan          5
11 Waffenschmidt,Joachim  0 : 1 Klundt,Klaus            6
14 Goebel,Andreas         0 : 1 Barski,Radoslaw         8
15 Syed,Tareq             ½ : ½ Schreiner,Roland       13

Gegen Heusenstamm würden wir wohl keine reelle Chance haben, so war es eine gute Gelegenheit, unseren jungen Talenten aus der Zweiten etwas Spielpraxis in der Oberliga zu geben.


Jochen ging mit 2.b3 den sizilianischen Hauptvarianten aus dem Weg. Das schmeckte dem Gegner offenbar nicht, was aus seinem hohen Zeitverbrauch ablesbar war. So kam Jochen bald zu seinem gewünschten halben Punkt.
½:½

Das gewohnte Bild bei Tareq: früher Damentausch, ruhige Stellung. Alsbald wurde Frieden geschlossen.
½:½

Recht chancenlos verlor Big G. Ohne Aussicht auf Gegenspiel wurde er im Mittelspiel am Königsflügel plattgeschoben.
0:1

Eine ziemlich sinnlose Niederlage kassierte Stephan. Nachdem er die Komplikationen in der Eröffnung überstanden hatte, war die Stellung völlig ausgeglichen. Dann stellte er ohne Not seinen wichtigen Zentralbauern ein.
0:1

Joe war gegen seinen ehemaligen Mannschaftskollegen gut motiviert – aber es war nicht sein Tag. Einige einfache Überseher verschlechterten sukzessive die Stellung, am Schluss ging durch eine nette Taktik eine Qualität verloren.
0:1

Eine tragische Niederlage erlitt Thomas. Nachdem die Eröffnung nicht gut lief, konnte er seinen Gegner überspielen und lehnte folgerichtig Remis ab. Bei knapper Zeit machte er einige ungenaue Züge, schlussendlich verlor er gar per Zeitüberschreitung.
0:1

Juri  gelang es, die ganze Partie über komplett ausgeglichen zu halten und ließ überhaupt keine Luft rein. Gute Leistung!
½:½

Leon  stand nach der Eröffnung gedrückt, und es schien, als würde er noch viele Stunden leiden müssen, nachdem alle anderen Partien bereits beendet waren. Doch die Stellung war dermaßen verrammelt, dass es kein Weiterkommen gab.
½:½

2:6. Standesgemäß.


Keine einzige Gewinnpartie am Wochenende. So hatten wir uns das nicht vorgestellt.









20.09.
2015
1. Mannschaft / Runde 1
von Jochen


Hart umkämpftes Derby

1. Spieltag: SC König Nied – BvK Frankfurt 4 : 4

 
 1 Zimmermann,Hendrik     1 : 0 Holvason,Juri           2
 2 Uwira,Oliver           1 : 0 De Visser,Leon          3
 3 Salihovic,Amar         0 : 1 Wendel,Stephan          4
 4 Staller,Peter          ½ : ½ Koch,Markus             5
 6 Perlitz,Sven           0 : 1 Wege,Jochen             6
 7 Rosa,Mike              1 : 0 Vollmar,Rainer          7
 8 Goll,Christof          ½ : ½ Schwenkreis,Thomas      8
 9 Seeger,Werner          0 : 1 Rueger,Erhard           9 

Erstmals seit der Saison 2005/2006 – damals ging es gegen die FTG –, gab es mal wieder ein Frankfurter Derby in der Oberliga. Wir waren zu Gast beim Überraschungsaufsteiger der Hessenliga König Nied. Eine nette Truppe mit vielen bekannten Gesichtern. Klar, zum Auftakt erhofften wir uns zwei Mannschaftspunkte, die Saison könnte hart werden. Allerdings, Nied natürlich auch.



Spannend war es bei Leon. Er verfügte über die bessere Struktur, dagegen hatte Oliver Uwira gefährliche Angriffschancen. Leon übersah eine starke Drohung und musste die Dame geben, das resultierende Endspiel war hoffnungslos.
0:1

Wenig Spaß bei der Partie hatte Markus. Er kam zu keinerlei aktiven Möglichkeiten und musste die Belagerung eines isolierten Bauern erdulden. Mit viel Mühe gelang ihm die Punkteteilung – vor 10 Jahren hätte sich Peter Staller die Partie nicht nehmen lassen!
½:½

Erstmals seit dreieinhalb Jahren kam Rainer mal wieder zum Einsatz. Leider ohne Erfolg. In typischer Manier agierte er den Großteil der Partie mit seinen Figuren auf den letzten beiden Reihen; ihm gelang es dabei nicht, sich aus der Umklammerung zu befreien.
0:1

Angesichts des Rückstands galt es nun, möglichst viele der nur leicht besseren Endspiele in den vollen Punkt umzumünzen. Dabei waren wir erfolgreich: Durch energisches Spiel erlante Stefan im Mittelspiel eine überlegene Stellung. Es war sicherlich weitaus mehr drin als der Übergang in ein nur leicht besseres Leichtfigurenendspiel, doch mit präzisiem Spiel bezwang er den ELO-stärksten Nieder.
1:0

Jochen  stand anfangs des Mittelspiels aussichtsreich; aufgrund Rechenfaulheit gelang ihm jedoch nur die Abwicklung in ein Turmendspiel, in dem sein einziger Vorteil ein etwas aktiverer Turm war. Mit viel Geduld und gütiger Mithilfe des Gegners gelang es ihm letztlich, den vollen Punkt herauszuquetschen.
1:0

Früh wurden bei Thomas viele Figuren getauscht, im Leichtfigurendspiel schien er die etwas besseren Chancen zu haben (Stefan erspähte wohl an irgendeiner Stelle tatsächlich einen Gewinn). Trotz gegnerischer Zeitnot ging es am Schluss nicht weiter.
½:½

Erhard
musste sich mit einem anspruchslosen, aber schwer knackbaren Aufbau auseinandersetzen. Im Endspiel hatte er den leicht besseren Läufer, diesen Vorteil konnte er schließlich zu einem vollen Punkt verwerten.
1:0

Somit hatten wir das Match gedreht, beim Stand von 4:3 lief nur noch die Partie am Spitzenbrett: Juri  stand ausgangs der Eröffnung erfolgsversprechend, die Stellung war jedoch kompliziert und der Gegner verteidigte sich zäh. So geriet Juri schnell in Zeitnot bei weiterhin hochgradig komplexer Stellung. Schließlich lief ein gegnerischer Bauer durch, leider hielt die Festung nicht. Schade!
0:1


Somit trennten wir uns mit einem leistungsgerechten Unentschieden, ich denke, die Nieder werden die Einschätzung teilen. Wir sehen uns Mitte Oktober bei der Doppelrunde wieder.

Lob an die Organisation der Nieder: Kaffee und Wasser umsonst, Apfelschorle günstig, Kiosk in der Nähe; das habt ihr fein gemacht. Schokoriegel wären noch nett beim nächsten Mal, diese Art der Energiezufuhr ist sehr hilfreich nach vielen Stunden Spiel.










18.08.
2015
Saisonausblick 2015/2016 1. Mannschaft
von Jochen

Hartes Programm!

Neuberg hat die Liga nach oben verlassen, Sangerhausen zur Seite, Merleburg und Schott Jena nach unten. Dafür neu dabei sind die Zweitligaabsteiger Mörlenbach und Wiesbaden, sowie die Aufsteiger König Nied und Liebschwitz.
Zweifelsohne ist die Liga stärker geworden.

Empor Erfurt, 2217
Keine Überraschungen bei der Aufstellung von Empor: Vorne werden Luther und Langheinrich dafür sorgen, dass die Truppe mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird, um ganz oben mitzuspielen wird es aber auch nicht reichen. Endlich haben wir mal wieder eine Doppelrunde dort.
Mittelfeld

BvK Frankfurt, 2209
Der Abgang von Jérôme schmerzt, erfreulicherweise steigt GoldF nach langer Abstinenz wieder ins Mannschaftsschach ein. Wenn er nicht alles verlernt hat, die Mittelachse wieder anständig punktet sowie Thomas wieder in Form ist, sollte die sympathische Kneipentruppe nichts mit dem Abstieg zu tun haben.
Mittelfeld

König Nied, 2172
Der Aufstieg aus der Hessenliga kam ungefähr so überraschend wie der von Darmstadt 98 in die Fußball-Bundesliga. Wenn der Mannschaftszusammenhalt wieder passt, ist der Klassenerhalt drin.
Abstiegskandidat 

Gießen, 2186
Erst auf den letzten Metern der vergangenen Saison gelang den ehemals so starken Mittelhessen der Klassenerhalt. Diese Saison wird es nicht einfacher. Gegen die Mitkonkurrenten sollte die stärkste Aufstellung ran.
Abstiegskandidat  

Heusenstamm, 2367
Die ohnehin schon bärenstarke Truppe wurde mit einem weiteren IM gespickt, dem Polen Pawel Weichhold (2418). Wenn die Mittelachse nicht wie im Vorjahr schwächelt, sollte es endlich für die 2. Liga reichen.
Aufstiegskandidat

Kassel, 2261
Nicht ganz so stark wie im Vorjahr sind die Nordhessen einzuschätzen, dazu wiegt der Abgang von Davor Maric zu schwer. Selbstverständlich wird die Truppe aber auch mit dem Abstieg nichts zu tun haben.
Mittelfeld

Liebschwitz, 2147
Mmpf, Einzelrunde in Gera im Dezember .. das hatten wir schon mal vor zwei Jahren. Tausche Gera gegen Weimar …
Abstiegskandidat 

Marburg, 2212
Mit dem selben Personal wie in der Vorsaison geht Marburg an den Start. Das sieht nach einer unspektakulären Saison aus.
Mittelfeld

Mörlenbach, 2297
Nach fabulösem Start in der letzten Zweitligasaison (nach vier Spieltagen teilte man sich mit Baden-Baden 2 die Tabellenspitze) dennoch abgestiegen. Nahezu alle Bretter exakt genau so aufgestellt wie in letzter Saison, das nenne ich Kontinuität.
Aufstiegskandidat

Oberursel, 2300
Quasi unverändert im Vergleich zum Vorjahr auch die Aufstellung der Taunusstädter. Brauchen sich weder nach unten noch nach oben Sorgen zu machen.
Mittelfeld

Weimar, 2101
Mit nur 4 Mannschaftspunkten konnte der Abstieg in der Vorsaison vermieden werden. Wird dieses Jahr noch schwerer werden.
Abstiegskandidat

Wiesbaden, 2288
Offenbar ist das Geld knapper geworden, und so reicht es nunmehr nur noch für die Oberliga. Sollte die Truppe so zusammenbleiben, werden sie sich in dieser Liga akklimatisieren.
Mittelfeld

Und mein Tipp für die Abschlusstabelle: 

1. Heusenstamm
2. Mörlenbach
3. Empor Erfurt
4. Kassel
5. Oberursel
6. Wiesbaden
7. BvK Frankfurt
8. Marburg
9. Nied
10. Gießen
11. Weimar
12. Liebschwitz